Zum unterschiedlichen Coaching-Verständnis in Wirtschaft und Sport

Coaching ist nicht gleich Coaching – so könnte man meinen Vortrag zum Thema „Life-Coaching in Profifußballvereinen“ zusammenfassen, den ich am 30. September bei einer sportwissenschaftlichen Jahrestagung in Bochum gehalten habe. Veranstalter der Jahrestagung, die dieses Mal unter dem Titel „Teaching, Coaching & Analyzing: Möglichkeiten und Grenzen der Individualisierung“ stand, waren die sportwissenschaftliche Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) sowie der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL).

Das Ziel des Vortrags bestand darin, eine Perspektivenerweiterung vorzunehmen und den Zuhörinnen und Zuhörern aufzuzeigen, dass sich die beiden Hochleistungssysteme Wirtschaft und Sport in ihrem Coachingverständnis diametral voneinander unterscheiden. Denn während der Begriff im Sport als Expertenberatung im Sinne einer einseitigen direktiven Intervention/Anweisung von Seiten der Trainerinnen und Trainer (Coaches) gegenüber einzelnen Akteuren oder dem Team als Ganzes verstanden wird, geht es im Business-Coaching um eine Prozessbegleitung als Förderung auf Augenhöhe. Nicht der Coach gibt dabei das Ziel vor, sondern die Klientenseite – die gleichzeitig allerdings auch in der Pflicht steht, Verantwortung für das eigene Streben, Denken und Handeln zu übernehmen.

Was im Sport unter „Coaching“ definiert wird, gilt in der Wirtschaft eher als „Leading“ oder „Guiding“. Deshalb plädierte ich am Schluss meines Vortrags dafür, dass sich der Sport stärker am Wording in der Wirtschaft orientieren und die Trainerinnen und Trainer sicherstellen sollten, dass sie für ihre Sportlerinnen und Sportler nicht nur gute Anleiter, sondern auch gute Coaches sind, die es verstehen, Potenziale zu entdecken und bestmöglich individuell zu fördern.

Nähere Informationen zu meinem Vortrag erhalten Sie in der nächsten Ausgabe des BDFL-Journals Ende November bzw. in dem entsprechenden PDF-Artikel, den Sie dann auf meiner Medienseite lesen können. Bis dahin!

Viele Grüße
Ihr Michael Micic

 

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