Die Sehnsucht nach einem erfüllenden (Arbeits-)Leben eröffnet den Raum für Sinn und Spiritualität. Aber noch findet dieses Thema im Unternehmenskontext keinen Platz. 

Ist es nicht seltsam? Mit dem Aufkommen der New Work-Debatte in Deutschland rückte zwar einerseits die Frage nach dem individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen „Purpose“, den es im unternehmerischen Kontext zu entdecken, zu vermarkten und (hoffentlich auch) zu leben gilt, in den Vordergrund – und seit dem im Jahr 2006 in Kraft getretenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wächst hierzulande in Wirtschaft und Gesellschaft die Sensibilität dafür, dass Menschen allein aufgrund personenbezogener Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität nicht benachteiligt werden dürfen, sondern ein Recht auf Gleichbehandlung haben.

Andererseits findet allerdings kaum eine öffentliche Debatte darüber statt, welche Rolle die Spiritualität in der neuen Arbeitswelt sowie im Spitzensport einnehmen kann und soll. Dabei hat der Erosionsprozess, der die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben bereits vor der Pandemie zunehmend zersetzen ließ, in beiden Hochleistungssystemen durch Corona einen zusätzlichen „Booster“ erhalten, wodurch nicht nur Themen wie „(Selbst-)Achtsamkeit“ und „Mentale Gesundheit“, sondern auch Sinn- und Spiritualitätsfragen an Relevanz gewonnen haben.

Von wegen Privatsache: Existenzielle Themen und Fragen drängen in den Arbeitskontext

So ist das Konzept des Work-Life-Blendings durch die Remote-Arbeit für viele Arbeitnehmende inzwischen von einem möglichen Lebensentwurf zur einzig verfügbaren Option mutiert. Und in einer von der Erosion der Lebensbereichsgrenzen geprägten, Corona-geplagten VUCA- oder gar BANI-Welt drängen existenzielle Themen und Fragen vom Privaten zunehmend in den Arbeitskontext. Die Sehnsucht nach einem erfüllenden (Arbeits-)Leben eröffnet einen Raum für die Dimension von Sinn und Spiritualität.

Janusz Surzykiewicz von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt fasst diese Verbindung in seinem in diesem Jahr erschienenen Beitrag über „Psychospirituelle Ressourcen in einer VUCA-Welt“ wie folgt zusammen: „Zu den wichtigen existenziellen Sinnsystemen, die in verschiedenen Kulturen unterschiedlich stark ausgeprägt sind, gehören auch Religion und Spiritualität.“ Und da es im Coaching im Wesentlichen um Selbstreflexion und Sinnorientierung gehe, sehe er eine Möglichkeit oder gar Notwendigkeit, die Spiritualität in die arbeits- und lebensweltbezogene Beratung zu integrieren. Surzykiewicz konkretisiert:

Die alltäglichen, aber auch gleichzeitig großen Fragen des Lebens und Arbeitens nach Sinn, Erfüllung, Selbstachtsamkeit sowie Selbst- und Welt-Transzendenz führen zu der wichtigen Erkenntnis, dass man hierbei auch von sogenannten spirituellen Bedürfnissen ausgehen kann.

Janusz Surzykiewicz

Sinnorientierung: Wachstumsbedürfnis und Luxus oder anthropologische Konstante und Basis der Arbeit?

Surzykiewicz‘ Hinweis auf die „spirituellen Bedürfnisse“ des Menschen findet sich bereits bei Abraham Maslow, der in den 1950er Jahren die Humanistische Psychologie mitentwickelte und den Begriff der heute auch im deutschen Sprachraum (auch für das Coaching) an Bedeutung gewinnenden Positiven Psychologie einführte. Die nach ihm benannte „Maslowsche Bedürfnispyramide“ wird in den meisten Darstellungen allerdings lediglich bis zur fünften Ebene dargestellt – der Ebene der Selbstverwirklichung. Dabei erweiterte Maslow das Modell kurz vor seinem Tod noch um die Dimension der (Selbst-)Transzendenz – womit einerseits das Bedürfnis nach Sinn, Religion und Spiritualität gemeint ist und andererseits das Bedürfnis nach einer über die egozentrische Selbstverwirklichung hinausgehenden kollektiven und ganzheitlichen Entwicklung des eigenen sozialen Kontextes, der Gesellschaft und der Welt.

Die Wirtschaftsphilosophin Anette Suzanne Fintz bewertet diese Darstellung allerdings insofern kritisch, als dadurch der Eindruck erweckt werde, „Sinn sei ein Bedürfnis, das erst ganz zum Schluss zum Tragen kommt, wenn man alles andere schon hat. Das ist ein Fehlschluss.“ Sinnorientierung im Arbeitskontext ist laut Fintz „kein Luxus“ für bestimmte Firmen, die sie sich „unternehmerisch […] ,leisten‘ können“, kein „Add-on zur [..] Fürsorge“. Nein, Sinnorientierung „entspricht keinem Kostenfaktor (wie die meisten psychophysischen Bedürfnisse)“; vielmehr stelle sie die Basis dar und sei eine „anthropologische Konstante“ sowie eine „Investition in die geistige Haltung“. Außerdem handele es sich bei der Sinnorientierung einerseits und Bedürfnissen andererseits, so Fintz weiter, „um zwei Kategorien, die nicht aufeinander aufbauen und die man nicht gegenseitig ausspielen kann“. Mit anderen Worten: Es braucht beides: Sinn als stets gegebene Basis und Konstante einerseits und andererseits Entwicklungs- und Entfaltungsoptionen zur Befriedigung von Defizit- und Wachstumsbedürfnissen im Sinne der Maslowschen Bedürfnispyramide.

Korrelate individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Perspektiven

Ähnlich wie Fintz betonen auch Anaël Labigne von der ZiviZ gGmbH (eine Tochtergesellschaft des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft) sowie Alexander Hirschfeld vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. die Relevanz von Sinn im Arbeitskontext. In ihrem gemeinsamen Artikel über die die „Suche nach dem Sinn der Arbeit“ konstatieren sie:

Menschen wollen Dinge verändern und Teil von etwas Größerem sein. Das gilt genauso für die Sphäre der Arbeit. […] Arbeit muss [daher] nicht nur Geld bringen. Sie muss vor alle auch Sinn stiften und auf diese Weise Menschen miteinander verbinden. […] Man möchte sehen, dass die eigene Tätigkeit nicht umsonst ist.

Anaël Labigne & Alexander Hirschfeld

Insbesondere die jungen Generationen Y und Z fordern Sinn ein.

Systematisch betrachtet bedeutet dies, dass Sinnorientierung im Arbeitskontext sich nicht auf die eigene Tätigkeit beschränkt, nach dem Motto: „Hauptsache, meine Arbeit macht Sinn für mich.“ Nein, es geht um weit mehr, es geht um unternehmerische und soziale Verantwortung: darum, dass meine Arbeit sinnvoll und eingebettet ist in ein sinnorientiertes unternehmerisches Handeln meines Arbeitgebers – und dass beides darüber hinaus Sinn für Andere stiftet, d.h. der Gesellschaft dient und sie zum Besseren verändert.

Erst in dieser gesamtheitlichen sozialen Verantwortungsperspektive kann die Sinnorientierung ihre volle und nachhaltige Wirkung entfalten. Die Beschäftigung mit der Sinnorientierung kann also nicht nur auf der individuellen Mikroebene erfolgen. Und wer sich ihr ausschließlich aus Marketinggründen nähert, führt sie ad absurdum und missbraucht sie. Denn dafür ist sie viel zu existenziell. Sinnorientierung ist die Auseinandersetzung mit der Grundsatzfrage: Warum und wofür leben und arbeiten wir – individuell, organisational und gesellschaftlich?

In Anlehnung an diese Ausführungen von Fintz, Labigne und Hirschfeld zur Sinnorientierung sowie an Surzykiewicz‘ Verweis auf Religion und Spiritualität als „wichtige existenzielle Sinnsysteme“ wird ersichtlich, dass bei der Aufforderung des britisch-US-amerikanischen Autors und Unternehmensberaters Simon Sinek nach einem „Start with why“ mit der Frage nach dem Sinn auch die Frage nach Religiosität und Spiritualität im Arbeitsleben ihre Berechtigung hat und Raum für Reflexion und Antwort erfordert.

Religiosität und Spiritualität als „Bestandteil Guter Arbeit“

Doch was ist mit diesen Begriffen eigentlich gemeint und wie unterscheiden sie sich voneinander? Wenngleich in der wissenschaftlichen Forschung zahlreiche und häufig einander konträre Definitionsversuche existieren und insofern eine allgemein anerkannte wissenschaftliche Bestimmung der Termini „Religiosität“ und „Spiritualität“ fehlt, so zeigt sich doch eine gewisse Definitionstendenz: „Religiosität“ wird häufig eher enger verstanden und mit Glaubensüberzeugungen und -praktiken im Rahmen einer bestimmten Religions- oder Glaubensgemeinschaft assoziiert, während „Spiritualität“ weiter gefasst wird und eine menschliche Sehnsucht nach Sinn und Transzendenz ausdrückt, die individueller und weniger dogmatisch ist und sowohl innerhalb als auch außerhalb einer bestimmten Religion gestillt werden kann.

Themen wie Religion, Religiosität und Spiritualität am Arbeitsplatz werden laut Dorothea Alewell und Tobias Moll von der Universität Hamburg „in den meisten deutschen Unternehmen bzw. an den meisten Arbeitsplätzen bisher standardmäßig als ,Privatsache‘ definiert und im Unternehmensalltag nicht weiter berücksichtigt“. Gleiches galt bislang auch für amerikanische Unternehmen – wobei dort langsam eine Trendwende zu beobachten ist, die sich möglicherweise auch bald in Deutschland abzeichnen wird.

Für Alewell und Moll wäre diese Entwicklung nicht verwunderlich. Denn wenn Arbeitnehmende mit der Sehnsucht „nach Identität und Sinn an den Arbeitsplatz kommen, ist Spiritualität und Religiosität am Arbeitsplatz [aus deren Sicht] potenziell ein wichtiger Bestandteil Guter Arbeit“. Und wenn umgekehrt Unternehmen davon überzeugt sind, mit Hilfe von Diversität die eigene „Kreativität und Innovationsfähigkeit“ steigern zu können, so ist laut dem Hamburger Forschungsduo mit „Kreativität […] bereits eine geistige oder auch kognitive Ressource angesprochen, die enge Verbindungen zur Spiritualität als Suche nach Sinn und Erfüllung haben dürfte“.

Und insofern erscheint „die Einbeziehung von Spiritualität und Religion […] als logische Fortsetzung der bisherigen Diskussionen um Diversität. Man könnte also erwarten“, so Alewell und Moll weiter, „dass in kreativen Industrien, Unternehmen oder Arbeitsplatzbereichen Religion und Spiritualität eher als Diversitätskriterien verwendet werden als in anderen Unternehmen“. Denn schließlich liege der Schluss nahe, dass „Kreativität [..] ohne das Empfinden von Sinn am Arbeitsplatz in der Regel nicht zu haben“ sei.

Größere Offenheit für Spiritualität als für Religiosität in deutschen Unternehmen

Wenngleich die Forschungsarbeit zum Thema „Religion, Religiosität und Spiritualität am Arbeitsplatz in deutschen Unternehmen“ noch in den Kinderschuhen steckt, deuten erste Untersuchungsergebnisse von Alewell und Moll jedoch bereits darauf hin, dass deutsche Unternehmen (noch) Bedenken haben, „Religion bzw. Religiosität am Arbeitsplatz zu berücksichtigen, [… da] Religiosität über das an die Religion gebundene auch kollektive Element eher auch mit kollektiv negativen Auswirkungen verbunden wird“. Gleichzeitig gilt es allerdings festzuhalten, dass einige deutsche Konzerne und mittelständische Unternehmen zum Teil bereits seit vielen Jahren religiöse Firmengebetskreise ermöglichen.

Nichtsdestotrotz ist der Begriff „Spiritualität“ hierzulande in Unternehmen wesentlich positiver konnotiert und es besteht „die Wahrnehmung und Hoffnung, [..] dass diese auf individueller Ebene eine nützliche Ressource für den einzelnen Mitarbeiter sein kann“.

Ein deutscher Konzern, der sich dem Themenkomplex „Sinn und Spiritualität“ bereits frühzeitig angenommen hat und insofern hierzulande eine Vorreiterrolle einnimmt, ist Thyssenkrupp – der größte Stahlhersteller dieses Landes. Seit 2011 beherbergt er in seinem Hauptsitz in Essen einen „Raum der Stille“. Der Sinn und Zweck dieses Raumes besteht darin – wie es auf der Website von Baunetz, einer deutschsprachigen Online-Publikation für Architektur heißt –, „Mitarbeitern und auch Gästen die Möglichkeit zur inneren Einkehr [zu bieten] und [..] die interkulturelle, überkonfessionelle Kommunikation im Grenzbereich zwischen Privatsphäre und Arbeitswelt [zu] fördern“. Darüber hinaus sind zwar keine ähnlichen expliziten Einkehrräume in deutschen Unternehmen bekannt. Allerdings befinden sich hierzulande sowohl in Bahnhöfen und Flughäfen sowie in Universitäten, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen Räume der Stille.

Stadionkapellen, Seelsorge und Religionsbekundungen im Spitzensport

Räume der Einkehr und Stille können auch in einigen Arenen des Spitzensports aufgesucht werden. Allein in Deutschland verfügen mit Hertha BSC Berlin, Eintracht Frankfurt, Schalke 04, RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg fünf Profi-Fußballclubs über Stadionkapellen.

Sie gelten laut dem Haus kirchlicher Dienste „als hervorstechender Ausdruck der lebendigen Partnerschaft zwischen Kirche und Sport“. Allerdings sind diese Stadionkapellen weniger für Vereinsangestellte, Spieler*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen vorgesehen als vielmehr für Interessierte, Kirchenmitglieder und Fans, damit sie entweder an einem Spieltag „einen Ort der Besinnung und Begegnung“ aufsuchen oder – wie es auf der Website des FC Schalke 04 heißt – „Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern, ökumenische Gottesdienste“ durchführen lassen bzw. besuchen können.

Traditionell errichtet das International Olympic Committee (IOC) an den Austragungsorten der Spiele bereits seit vielen Jahren „stets ein religiöses Zentrum mit entsprechenden Räumen für die fünf großen Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum“. Und seit den Olympischen Spielen 1972 in München „gehören zur deutschen Olympiamannschaft auch immer katholische und evangelische Sportseelsorgende“. Seelsorgliche Angebote werden ebenso bei anderen sportlichen Großveranstaltungen wie den Paralympics oder den World University Games angeboten. Im „normalen“ Trainings- und Wettkampfalltag fehlen sie jedoch zumeist.

Dass vielen Akteur*innen aus dem Spitzensport ihr eigener Transzendenzbezug wichtig ist und insofern ein durchgängiges Sportseelsorgeangebot sinnvoll erscheint, zeigt sich an den öffentlichen Religionsbekundungen und religiösen Gesten im Rahmen von Wettkämpfen (insbesondere nach Titelgewinnen) oder in Interviews und Stellungnahmen. Vor allem im Profifußball gehen einige christliche und muslimische Spieler offensiv mit ihren Religionsbekundungen um.

Studienergebnisse belegen positive Effekte von Religiosität und Spiritualität

Wenngleich auch zum Teil ungesunde, toxische und extremistische Formen von Religiosität und Spiritualität existieren, so belegen empirische Untersuchungen und Metaanalysen wie neben Surzykiewicz beispielsweise auch von Anton Bucher von der Universität Salzburg  oder Harold G. Koenig von der amerikanischen Duke University in Durham sowohl aus psychologischer als auch aus psychotherapeutischer und psychiatrischer Perspektive mehrheitlich: Religiosität und Spiritualität haben positive Effekte auf die Gesundheit des Menschen.

Spiritualität in der Sportpsychologie und Sportpsychiatrie?

Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass hier in Deutschland in der Debatte um die mentale Gesundheit im Spitzensport sowohl in der Sportpsychologie als auch in der Sportpsychiatrie die genannten Studienergebnisse unrezipiert und die Religiosität und insbesondere die Spiritualität als relevante Faktoren zur Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit weitgehend unberücksichtigt geblieben sind. D.h. hierzulande findet sowohl in der Sportwissenschaft als auch in der Sportpraxis kaum eine Auseinandersetzung mit der Frage nach der Wirkung und Implementierung von Spiritualität in die Betreuung und Förderung von Athlet*innen und Trainer*innen statt.

Ein anderes Bild zeichnet hingegen die Sportwissenschaft im englischsprachigen Raum. In Großbritannien sind es insbesondere Andrew Parker von der University of Cardiff in Wales und Mark Nesti von der Liverpooler John Moores University, die sich aus sporttheologischer (Parker) bzw. sportpsychologischer (Nesti) Perspektive mit der Wirkung, Implementierung und Förderung von Spiritualität im Sportkontext beschäftigen und den interdisziplinären Wissenschaftsaustausch vorantreiben. Und in den USA gelten vor allem das „Center for the Study of Sport an Religion“ der University of Tennessee und das „Center for Sport, Spirituality, and Character Development“ der katholischen Neumann University in Pennsylvania als relevante Forschungseinrichtungen für das Untersuchungsfeld „Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung und Sport“.

Diese Berührungspunkte zeigen sich im englischsprachigen Raum jedoch nicht nur in der Sportwissenschaft, sondern auch in der täglichen Sportpraxis. So verfügen in der englischen Premier League etwa zwei Drittel der Profifußballvereine über sogenannte Club Chaplains. Das sind Sportseelsorgende, deren Kernaufgabe die „spiritual and pastoral care“ ist. Und in den USA hat die Sports Chaplaincy insbesondere in der National Football League (NFL) eine lange Tradition.

Der bio-psycho-sozio-spirituelle Mensch in Wirtschaft und Spitzensport

Wie dieser Blick in die englischsprachige Sportwissenschaft und -praxis zeigt, erweist sich das in Deutschland gängige biopsychosoziale Menschenbild und Krankheitsverständnis als unzureichend. Es braucht in Übereinstimmung mit dem Selbstverständnis der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Erweiterung um die Dimension der Spiritualität. Surzykiewicz konstatiert: „Als integraler Bestandteil der physischen und psychischen sowie der sozialen Gesundheit ist, nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation, auch das spirituelle Wohlbefinden von zentraler Bedeutung. Es wird hierbei von einem holistischen Gesundheitsverständnis ausgegangen.“

Es wird spannend sein, zu sehen, ob und inwiefern es hier in Deutschland in Zukunft gelingen wird, die Dimension von Sinn und Spiritualität in Wirtschaft und Spitzensport zu integrieren – nicht nur in der (Vor-)Weihnachtszeit, sondern auch darüber hinaus.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr sowie eine New Work und einen New Sport voller Sinn und Spiritualität!

Michael Micic

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Bild: 41330/Pixabay

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